Freitag, 29. November 2013

wahnsinn?

Gestern beim Lesen meiner Lieblingsblogs bin ich auf einen Beitrag gestoßen, der mich etwas stärker zum Nachdenken gebracht hat. Es geht um nichts besonders Ernstes, denn das soll ja hier doch eher Unterhaltung sein, denn schlechte Nachrichten gibt´s schließlich genug. Aber zurück zum Thema:
der Beitrag handelte unter anderem von einem vorgezogenen Sale von Designerklamotten im Einzelhandel. Da freute sich die Autorin über den Kauf eines Isabel Marant-Pullovers zur Hälfte des ursprünglichen Preises. Ein Link führte dann noch auf die Webseite von mytheresa, wo das gute Stück noch zum Originalpreis erhältlich ist. Neugierig klickte ich mich also auf die Seite - und Wow, 590€ für einen Pullover, dessen einzige Extravaganz in ein paar nach außen verlegten Nähten besteht! Wenn es jetzt noch Kaschmir gewesen wäre, hätte ich den Preis eventuell noch nachvollziehen können (kommt auf die Qualität an), aber dieser Pulli besteht aus Viskose (70%) und Schurwolle(30%). Da frage ich mich, wie kommt so ein Preis zustande, was könnte ihn rechtfertigen - außer des Labels. Und dann muss man mal überlegen, dass 590€ vor nicht so gaaanz langer Zeit mal knapp 1200DM waren. Wahnsinn, oder? Hätte vor ca. 12 Jahren irgendjemand gedacht, dass ein Pullover, der nicht aus Wolle von in den Hochlagen des Himalaya lebenden Kaschmirziegen stammt, so viel Geld kosten könnte? Sicher, es gibt noch jede Menge teurerer Designerkleidung, auch noch weitaus extremere Preise (auch nicht schlecht: die Chanel "brick bag", Plastik für 7100€!), aber gerade dieses schlichte Stück hat mich irgendwie sprachlos gemacht, da man so überhaupt keine Besonderheit erkennen konnte. Da fragt man sich, wann hatten diese Phantasiepreise ihren Anfang und gibt es da noch irgendeine Grenze?

Zum Schluss noch ein paar Fotos in einer meiner Lieblings-Strickjacken (hat keine 590€ gekostet) und stellvertretend für den Wahnsinn: eine wahnwitzig dreinblickende Ziege (geliehen von meiner Tochter und nicht aus Kaschmir).





Strickjacke Love Moschino
Bluse H&M
Ziege Folkmanis Handpupppen

Kommentare:

  1. Ja, ich weiss schon, dass ich ganz oft weder Arbeit noch Material bezahle, sondern den Namen der Marke. Meine erste Designertasche hat 1992 ganze 620 DM gekostet und der Preis des Models liegt jetzt bei 980 €. Dabei hat die Qualität nachgelassen und von einer Exklusivität ist auch nichts mehr übrig. Was tun, wenn man keine schräg dreinblickende Ziege hat, die einem ab und zu die Welt erklärt? Gute Nacht unnd liebe Grüße! Bärbel

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Karin, ich habe mich gerade durch deinen Blog gelesen und bin an diesem Post hängen geblieben (wobei ich deine Kleidungspost auch toll finde, aber hier muß ich direkt ein paar Worte loswerden. Ich wundere mich auch über die Fantasiepreise mancher Dinge, die ich gelegentlich in Natura oder im Netz sehe und habe mich auch schon gefragt, wie das ein oder andere zu rechtfertigen ist. Und bin zu dem Schluß gekommen, dass viele Dinge ihren Preis nicht wert sind. Deshalb hoffe ich, dass ich niemals der Versuchung erliege, für ein Paar Plastikschuhe oder Ähnliches horrende Summen auf den Ladentisch zu legen.
    In diesem Sinne wünsche ich noch einen schönen Abend und vielleicht wird die Ziege ja auch irgendwann eine Kaschmirziege, gefühlt sozusagen oder zumindest preislich.
    Schöne Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen